Intraoculare Linsen

Die Intraoculare Linse ist eine Möglichkeit für Fehlsichtige mit mehr als 10dpt.

Durch einen kleinen 3 mm breiten Schnitt am Rand der Hornhaut wird mit Hilfe eines Injektors eine 130 Mikrometer dicke, speziell für den Patienten gefertigte Kontaktlinse bzw. Intraoculare Linse in die vordere Augenkammer eingespritzt.

Dort entfaltet sich die Linse und wird mit speziellen Instrumenten in den schmalen Spalt zwischen menschlicher Linse und Regenbogenhaut eingesetzt.

Um ein weiterhin unkompliziertes Abfließen des Augenwassers zu ermöglichen, muss ein zusätzliches, weit peripher liegendes Fensterchen (Iridektomie) in der Regenbogenhaut angelegt werden.

Das Einsetzen der Intraocularen Linse dauert ca. 15 Minuten und lässt sich in Tropfanästhesie durchführen. Das heißt, dass die Behandlung wie alle anderen Behandlungen der Fehlsichtigkeit ambulant durchgeführt wird.

Der Patient kann bereits am Folgetag mit einer entscheidenden Verbesserung seiner Sehschärfe rechnen.

Die Intraoculare Linse besteht aus Collamer. Collamer hat einen hohen Wasseranteil von 30% und hat einen kleinen Anteil von Kollagen, das kovalent an das synthetische Linsenmaterial PolyHEMA gebunden ist. Durch den hohen Wassergehalt wird der Intraocularen Linse eine gute Verträglichkeit zugeschrieben. Die Intraoculare Linse kapselt sich innerhalb weniger Wochen nach Einpflanzung in das Auge ein. Verfügbare Daten zeigten, dass die Intraoculare Linse sogar bis zu sieben Jahre nach Einpflanzung wieder entfernt werden konnte, ohne dass sich das Auge entzündete oder Verwachsungen im Auge entstanden.

Wie bei der LASIK-Operation bleibt die Fähigkeit des Auges, sich auf Objekte in Ferne und Nähe einstellen (Akkomodation) zu können, erhalten.

Starke Brechkraftveränderungen von mehr als -10dpt lassen sich nicht zufriedenstellend mit dem Excimer-Laser behandeln. Die zusätzlich vor der menschlichen Linse eingeschobenen Kunstlinsen liegen näher am Kreuzungspunkt, der ins Auge einfallenden Lichtstrahlen und sind so konstruiert, dass sie die sphärischen Aberrationen der Lichtstrahlen minimieren.

Sie erzeugen deshalb auf der Netzhaut eine bessere optische Abbildung, zumal sie die natürliche konvexe Geometrie der Hornhautkrümmung erhalten und eine größere optische Zone erzeugen, die vor allem ein besseres Dämmerungssehen, bei mittlerer Pupillenweite gewährleisten.

40 % der befragten refraktiven Chirurgen der letzten International Society of Refraktive Surgery – Umfrage empfehlen bei über -10dpt (Kurzsichtigkeit) oder über +5dpt (Weitsichtigkeit) die Intraoculare Linse, da hier das optische Ergebnis, vor allem was die Nachtfahrtauglichkeit angeht, gegenüber der LASIK-Operation Vorteile zu haben scheint.

Nachteil dieser Brechkraft verändernden Operation ist die im Vergleich zur LASIK-Operation geringere Langzeit-Erfahrung. Weltweit sind größenordnungsmäßig bisher über 75.000 einpflanzbare Kontaktlinsen implantiert worden. Das ist ein Bruchteil der Erfahrungen, die man mit der LASIK-Operation gesammelt hat.